Übergangsklassen

Was ist eine Übergangsklasse?

Die Übergangsklasse ist eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche, die zu Beginn oder während des Schuljahres nach Deutschland kommen und deren Sprachkenntnisse in Deutsch es noch nicht ermöglichen dem Unterricht einer Regelklasse folgen zu können.

Der Besuch in einer solchen Klasse soll es dem Schüler ermöglichen, nach einer Phase des intensiven Spracherwerbs den Übergang in die Regelklasse zu meistern. Die Übergangsklasse steht schulpflichtigen Kindern ab dem 2. Schuljahr in der Regel für bis zu zwei Jahren zur Verfügung.

In Übergangsklassen sind ausländische Kinder verschiedener Nationalitäten zusammengefasst. der Erwerb der deutschen Sprache steht im Vordergrund, deshalb werden 10 Wochenstunden Deutsch unterrichtet. Der Unterricht in anderen Fächern erfolgt in geringerem Umfang als in einer Regelklasse.

Was sind die Ziele einer Übergangsklasse?

  • Erlernen und Verbessern der deutschen Sprache in Wort und Schrift
  • Vermittlung von Werten und Normen unserer Gesellschaft
  • Wahrung und Förderung der sprachlichen und kulturellen Identität
  • Vorbereitung auf einen Wechsel in eine Regelklasse oder weiterführende Schule
  • Vermittlung von Toleranz zwischen Kulturen und Schülern
  • Kinder mit Migrationshintergrund als Bereicherung für die Schule begreifen und diese Einstellung vermitteln

Wer kommt eigentlich?

Die Herkunft unserer Kinder in den Übergangsklassen ist sehr vielschichtig:

  • Zuwanderung aus EU-Staaten und Nicht-EU-Staaten
  • Asylbewerber und Asylberechtigte
  • Spätaussiedler
  • Flüchtlinge
  • unbegleitete minderjährige Flüchtlingskinder

Welche Erfahrungen bringen die Kinder und Jugendliche mit?

Wenn ein neuer Schüler in eine Übergangsklasse in unsere Schule kommt, ist seine Lebenssituation vor allem geprägt durch ein Gefühl von Unsicherheit. Verschiedene Faktoren belasten diese Kinder:

  • ungewisse Zukunft
  • Familien sind teilweise durch Flucht zerrissen oder stark belastet
  • Traumata durch frühere Erlebnisse
  • finanzielle Schwierigkeiten
  • beengte Wohnsituation
  • selten Außenkontakte zu Einheimischen
  • wenig Möglichkeiten für Spiel und Sport

Auch was das Leistungsvermögen, das Vorwissen und den Gesundheitszustand angeht, unterscheiden sich die Schüler deutlich voneinander. Einige Aspekte seien hier beispielhaft genannt:

  • Vertrautheit mit dem Schulsystem
  • Unterschiedliche Erwartungen an die Rolle als Schüler oder an die Rolle des Lehrers
  • Grundfertigkeiten (z.B. Feinmotorik, Schneiden, Kleben,...)
  • Grad der Alphabetisierung
  • schulische Vorbildung
  • Lerntempo und geistige Leistungsfähigkeit